En Svensk Klassiker
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Halvvättern - Unser Bericht vom 09. Juni 2013

Um 05:30 Uhr klingelte unser Wecker. Aufstehen für 150 km-Halvvättern. Die Sonne schien bereits bei blauem Himmel. Bereits gegen 4 Uhr war es nahezu taghell in Schweden. Kurz vor Mittsommer wird es in Schweden in dieser Umgebung nur zwischen 23 Uhr und 4 Uhr einigermaßen dunkel. Der genaue Gegensatz zu unserer Erfahrung während der Engelbrektsloppet in Norberg im Februar als es kaum hell wurde. Wir schlenderten in den Frühstücksraum und nahmen unsere erprobte schwedische Hafergrütze zu uns. Obwohl der Hunger noch gar nicht da war, musste eine vernünftige Grundlage für die Belastung gelegt werden. Gegen 07:15 Uhr parkten wir unser Auto in Motala und schlossen unsere Vorbereitungen vor Ort ab. Bei strahlendem Sonnenschein überfuhren wir pünktlich um 08:06 Uhr die Startlinie. Nach anfänglicher Hektik im Feld und einigen Passagen durch Baustellen kehrte nach einigen Kilometern ein vernünftiges Tempo in unserer Gruppe ein. Erst als nach ca. 20 Kilometern eine schnelle Gruppe von hinten ankam, einige meiner Vorderleute mit der Gruppe mitgegangen sind und nur mein direkter Vordermann abreißen lassen musste, begann ein Abschnitt in dem wir uns neu sortieren mussten. Ich zog an dem Fahrer vor mir vorbei, beschleunigte spontan und musste als ich das Hinterrad der Gruppe wieder erreichte feststellen, dass meine Frau meinen spontanen Antritt nicht antizipieren konnte und ich sie chancenlos zurückließ. Ich ließ mich zurückfallen und wir fuhren an der Spitze einer sich hinter uns langsam formierenden Gruppe weiter. Eigentlich hatten wir uns uneingeschränktes Windschattenfahren auf unsere Fahnen für Halvvättern geschrieben, doch von diesem Vorsatz mußten wir nun bereits nach knapp 20 gefahrenen Kilometern abrücken. Dieser Abschnitt kostete bereits sehr viele Körner. Mit der Zeit fand sich eine neue Gruppe und in Borghamn verließen wir die Hauptstraße und folgten einer Nebenstrecke zum ersten Depot. Nach 31 km bot sich in Borghamn die erste Möglichkeit einer Verpflegung. Wir verzichteten und tauchten in eine malerische Landschaft durch Wälder am Omberg über dem Vätternsee ein. Um diesen Hang von oben zu genießen, muß man diesen erst einmal hinauffahren. Endlose Meter erklommen wir Höhenmeter für Höhenmeter vorbei an den am Wegrand stehenden Helfern, die sich bei strahlendem Sonnenschein mit dicken Motorradhandschuhen vor dem Kettenöl schützten und den Radfahrern zur Seite standen, denen im Anstieg die Kette vom Ritzel sprang. Wir stellten beide im Nachhinein fest, dass es sich allein wegen dieses Streckenabschnitts bereits gelohnt hatte, an Halvvättern teilzunehmen. Die weiteren Kilometer bestätigten unseren positiven Eindruck. Wir kehrten dem Vätternsee hinter Ödeshög und dem nächsten Depot, das wir ungenutzt passieren ließen den Rücken und bogen in das Landesinnere ein. Bis zum Depot bei Kilometer 106 in Rök blieb es eine traumhafte Strecke. Bei diesem dritten Depot füllten wir unsere Flaschen auf und nutzten die Verpflegungsmöglichkeiten mit Bananen, Gurken und Kaffee. Begleitet von einer musikalischen Darbietung der lokalen Musikschule setzten wir unsere Tour fort. Gezeichnet vom Wind, den ungeplanten Tempoverschärfungen sowie dem hügeligen Beginn kämpften wir uns Kilometer für Kilometer Richtung Ziel. Nicht am Ende unserer Kräfte aber dennoch erschöpft fuhren wir nach Motala ein und verfehlten unser selbst gestecktes Zeitziel von 5 Stunden knapp um 12 Minuten. Während wir über die Ziellinie fuhren hatten wir das Vergnügen namentlich begrüßt und über die Lautsprecheranlage durchgesagt zu werden.
Mit der Finisher-Medaille um den Hals traten wir den Rückzug zum Auto an. Mit schmerzenden Knien füllten wir unsere Energiespeicher wiederum auf unserem Hotelzimmer auf und gönnten uns bereits ab 19:30 Uhr einen erholsamen 12-Stunden-Regenerationsschlaf.

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